Selbst in der Freizeit gelingt es vielen Menschen nicht, richtig abzuschalten. Technische Errungenschaften, die das Leben vereinfachen sollen sind oftmals die größten Stressfaktoren. Zwar erleichtern Auto, Mobiltelefon und E-Mail das Leben, jedoch können sich permanente Erreichbarkeit und Massenkonsum auch ziemlich belastend auf die Psyche auswirken. Wer den Kopf nie frei bekommt, setzt sich unnötigem Stress aus und gönnt seinem Geist keine Erholung. Dies gilt für den Job genauso wie für das Privatleben. Ein Trend aus Großbritannien ist das Downshifting, also die Reduktion von Konsum- und Luxusgütern. Hierbei soll der Mensch durch den freiwilligen Verzicht bestimmter Güter und der Arbeit, sein inneres Gleichgewicht wiederfinden.
Nur den Wenigsten gelingt es, dauerhaft die Balance zwischen Job und Privatleben zu halten. Die Mehrheit gelangt zumindest einmal im Leben an den Punkt, wo die Wahl zwischen Job und Privatleben getroffen werden muss. Dies mag eine Zeit lang gut gehen. Wer jedoch permanent aufgrund der Karriere auf ein ausgeglichenes Privatleben verzichten muss, wird krank. Aus diesem Grund wagen immer mehr Menschen den entscheidenden Schritt und verzichten weitestgehend auf Erfolg, Geld, Konsumgüter und die große Karriere zugunsten wichtigerer Ziele im Leben. Manche tauschen sogar Job, Haus und Auto gegen ein einfaches Leben ohne Zentralheizung und fließendes Wasser. So weit muss man jedoch nicht gehen, um sich mehr Freiheit zu sichern. Es reicht, wenn man sich klare Grenzen zieht und die Arbeit reduziert.
Trotzdem kann es sich nicht jeder leisten, in seinem Job einen Gang runter zu schalten. Meist hängt diese Entscheidung vom Einverständnis des Chefs ab. Wenn dieser nicht einverstanden ist bleibt nur die Wahl zwischen einem Jobwechsel oder bleibender Unzufriedenheit. Downshifting eignet sich demnach vor allem für Selbständige oder solche, die weitestgehend ihr eigener Chef sind und über so große Qualifikationen verfügen, dass sie sich ihren Wunschjob aussuchen können.
Wem diese Freiheit versagt bleibt, muss andere Wege finden. Denn auch das Privatleben kann die Ursache für Unzufriedenheit sein. Hier sind es technische Errungenschaften, die das Leben stressiger machen. Mobiltelefone, E-Mail und Pager sorgen zwar für ständige Erreichbarkeit, aber sie verhindern auch Ruhe und Entspannung nach der Arbeit. Nach Feierabend sollten Sie es mit der Flexibilität nicht mehr so ernst nehmen und weder von Kollegen, noch von Ihrem Chef gestört werden. Für den Notfall gibt es das Telefon. Alles andere Betriebliche lässt sich auch später besprechen. Der Feierabend jedoch gehört Ihnen allein. In jedem Fall sollten Sie Ihre Zeit bewusst erleben. Hierzu gehört vor allem Spontaneität. Pläne gelten während der Arbeitszeit. Die Freizeit dient als Ausgleich, um auch einmal das tun zu können, worauf man spontan Lust hat.
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