Stress, Burn- Out Syndrom, berufliche Orientierungslosigkeit- Schlagwörter, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Wenn sich das gesamte Leben scheinbar nur noch um die Arbeit dreht, wollen die meisten Arbeitnehmer nur noch flüchten und sich einfach mal völlig zurückziehen, um neue Kräfte zu tanken. Die regulären 20 bis 30 Tage Urlaub im Jahr reichen oft nicht einmal dafür aus, einen erholsamen Urlaub zu genießen. Kaum haben sich Körper und Geist auf die Freizeit eingestellt, rückt der Abreisetermin immer näher. Kein Wunder also, dass Arbeitnehmer schon nach kurzer Zeit dieselben Stresssymptome zeigen. Was hier fehlt, ist eine längere Auszeit!

Das Symptom, dass sich Arbeitnehmer für längere Zeit frei nehmen, um vom Beruf abzuschalten, neue Energien zu mobilisieren und sich zu erholen, heißt Sabbatical und lässt sich vom jüdischen Feiertag Sabbat ableiten. Genau wie dort, verzichtet man beim Sabbatical für einen längeren Zeitraum zwischen einigen Monaten bis Jahren teilweise oder völlig auf den Beruf und nutzt die gewonnene Zeit für einen ausgedehnten Urlaub, für berufliche und private Neuorientierungen oder schlichtweg, um sich einmal vollkommen entspannen und das Leben genießen zu können. Das Sabbatical ist jedoch keine einfache Angelegenheit und benötigt eine Menge Vorplanung. Wer es beabsichtigt, sollte sich über einige Gesichtspunkte Klarheit verschaffen.

Wozu soll die Auszeit dienen?
Wie will man die freie Zeit verbringen?
Wie überzeugt man den Chef von der Idee des Sabbatical?
Wie soll man sich in der Zwischenzeit finanzieren?

Um die Freizeit, die man durch das Sabbatical gewinnt optimal nutzen zu können, sollte man sich vorher einen ungefähren Plan über die Unternehmungen und Ziele fertigen, die man anstrebt. Wer völlig planlos in die Auszeit geht, beginnt sich nach kurzer Zeit zu langweilen oder stürzt sich in ziellose Unternehmungen. Beides schadet der Erholung und vergrößert den Stressfaktor. Zudem bietet nicht jeder Betrieb die Möglichkeit, einer längeren beruflichen Auszeit. Viele können sich den Ausfall wichtiger Arbeitskräfte nicht leisten. Es lohnt sich daher, sich über die rechtlichen Grundlagen zu informieren. Kaum ein Chef wird sich dazu bereit erklären, längerfristig auf eine gute Arbeitskraft zu verzichten. Überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber davon, dass Sie mit neuer Energie motivierter als zuvor in den Berufsalltag zurückkehren werden. Diese Aussage stimmt in den meisten Fällen sogar, denn Stress und Überlastung vermindern die Qualität Ihrer Arbeit. Häufig spielt jedoch vor allem der persönliche finanzielle Aspekt eine tragende Rolle. Wer sich eine Auszeit nimmt, muss über das nötige finanzielle Polster verfügen, da ein längerer Arbeitsausfall mit großen finanziellen Einbußen einhergeht. Generell ist es möglich, sich Überstunden anrechnen und später ausbezahlen zu lassen (Mit Chef bzw. Personalabteilung klären). Wer über mehrere Jahre regelmäßig Überstunden macht, kann sich diese unter Umständen als freie Tage anrechnen lassen. Wenn alle finanziellen Aspekte, vor allem auch die zum Thema Krankenversicherung geklärt sind, können Sie sich beruhigt in die Auszeit begeben.