Viele junge Leute suchen sich ihren Ausbildungsberuf nach dem Gefühl aus: Was liegt ihnen? Was interessiert sie? Wichtig ist dabei, dass sie sich vorstellen können, den Beruf ein Leben lang auszuüben. Die tatsächlichen Chancen, im Beruf später einen Arbeitsplatz zu finden, stehen dabei eher im Hintergrund.
In den Zeiten der Wirtschaftskrise, aber auch durch andere Umstände, etwa das Schwächeln oder der Abbau des Wirtschaftszweiges, kann es schnell passieren, dass man entlassen wird. Aus der Entlassung wird schließlich eine Langzeitarbeitslosigkeit, und mit jedem Tag sinken die Chancen, erfolgreich wieder in den Beruf einzusteigen – entweder, weil er in der gelernten Form gar nicht mehr existiert oder weil Unternehmen ungern Bewerber einstellen, die jahrelang keine praktische Arbeit geleistet haben, denn die Technologie entwickelt sich weiter.
Zu diesem Zweck gibt es den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit. In der Regel steht dieser Weg jedem offen, der mindestens eine Berufsausbildung oder eine dreijährige berufliche Tätigkeit absolviert hat, jedoch Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg in den früheren Beruf hat. Potenziellen Kandidaten für den Bildungsgutschein steht zunächst ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit zu, bei dem beschlossen wird, ob die vorgeschlagene Fort- oder Weiterbildung geeignet ist, den Bewerber wieder ins Berufsleben einzugliedern. Wer infolge von wirtschaftlichen Krisenzeiten entlassen wurde, aber einen Abschluss hat, der ihm prinzipiell den Weg in einen bestehenden Beruf eröffnet, empfiehlt sich beispielsweise ein Kurs, der ihm wertvolles, aktuelles Fachwissen zu einem bestimmten Thema vermittelt und ihn auf diese Weise interessant für den Arbeitsmarkt macht. Doch auch junge Erwachsene, die einen Schulabschluss oder eine nachträgliche Berufsausbildung nachholen wollen, kommen für den Bildungsgutschein in Frage.
Innerhalb von drei Monaten kann der Teilnehmer den Bildungsgutschein bei der jeweiligen Aus- oder Weiterbildungsstätte einlösen. Die Kosten einer Fortbildung deckt er zumeist ganz, während für das Nachholen eines Schulabschlusses meist längere, teure Kurse nötig sind.
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